Au Pair Erfahrungsberichte
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Au Pair Erfahrungsberichte

Mein Au-pair-Aufenthalt in Australien

Ich war mit dem „Working Holiday Visa“ in Australien und stieß eines Tages bei der Jobsuche in Brisbane auf eine Stelle als Au-pair.

Es handelte sich um eine Familie mit 4 Kindern, was mich zunächst abschreckte, doch die Familie hatte zusätzlich noch eine professionelle Nanny angestellt und suchte speziell für die Ferien eine Reisende, die die Nanny unterstützen konnte.

So bekam ich einen Job für 1 ½ Monate in Carbrook (ca. 30 min. von Brisbane entfernt) über die Weihnachtsferien, sodass ich ein typisch australisches Weihnachten miterleben durfte und ein familiäres Fest genießen konnte, obwohl sich meine richtige Familie im weit entfernten Deutschland befand.

Die ersten Tage als Au-pair empfand ich als sehr anstrengend. Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass ich jetzt nicht mehr durch Australien reiste, sondern für eine gewisse Zeit nur an einem Ort bleiben würde und dass ich nicht mehr einfach so in den Tag hinein leben konnte, sondern Pflichten und Aufgaben zu erfüllen hatte.

Die Kinder waren alle sehr lieb und jeder der 4 wollte mir alles im Haus und Garten zeigen. Vor mir hatten sie schon einige deutsche Au-pairs, sodass sie ganz genau wussten, womit sie mich begeistern konnten. Zum Beispiel mit dem Füttern der vielen Kängurus in unserem Garten.

Wir wohnten relativ weit außerhalb und hatten nur einen einzigen „Nachbarn“, der eine Hühnerfarm hatte und etwa 500 m von uns entfernt wohnte. Ansonsten lebten wir wirklich mitten im Nichts, aber das war toll, denn mit uns lebten tausende von Wallabys (kleine Kängurus). Wenn wir morgens vor dem Haus frühstückten, leisteten uns die Wallabys Gesellschaft und bekamen anschließend die Reste der Mahlzeit.

Das Leben in meiner Gastfamilie hat mich auf jeden Fall geprägt, denn es war ein absoluter Kontrast zu meinem Großstadtleben in Berlin. Meine Gastfamilie hatte noch nicht einmal eine Tür, mit der man das Haus von außen hätte abschließen können. In Berlin: undenkbar!

Außerdem war es sehr schön, dass die Familie noch eine Nanny hatte und wir alle Aufgaben gemeinsam erledigen konnten. Unsere Aufgaben, als die Ferien noch nicht begonnen hatten, lagen darin die beiden ältesten Tine (7) und Freddie (9) zur Schule zu bringen und abzuholen, sowie Luky (3) in den Kindergarten zu bringen und Hugo (5) in die Vorschule.

Auch ums Frühstück und Anziehen der Kinder kümmerten wir uns. Ab und zu sollten wir auch mal Essen kochen, jedoch sind wir meistens abends mit der ganzen Familie im Restaurant essen gewesen. Außerdem hatten wir vormittags natürlich auch ein bisschen Hausarbeit zu erledigen, wie beispielsweise Wäsche waschen. Putzen mussten wir hingegen nie, da die Familie 2 angestellte Putzkräfte besaß.

In der Ferienzeit bestand unsere Aufgabe hauptsächlich darin, die Kinder zu unterhalten: Wir gingen ins Kino, fuhren des Öfteren in einen Wasserrutschenpark, gingen Santa im Einkaufscenter in Brisbane besuchen, spielten auf Spielplätzen und gingen sogar einmal Schlittschuhlaufen. Das fand ich persönlich sehr lustig, wie wir mit Flip Flops und kurzen Hosen zur Eishalle liefen bei strahlendem Sonnenschein.
Die Kinder und ich hatten jede Menge Spaß und sie sind mir wirklich sehr ans Herz gewachsen.

Trotzdem gab es natürlich auch oft Momente, an denen ich einfach müde und genervt war. Wenn Die Kinder beispielsweise stritten untereinander oder sich einfach weigerten Dinge zu tun, die man sie bat zu tun.

Ich konnte sich auch schlecht zurückziehen. Ich stand morgens mit den Kindern auf, meist so gegen 5 Uhr, da die Sonne so früh aufging und fiel abends hundemüde, gleich nachdem ich die  Kindern endlich alle zu Bett gebracht hatte, was wirklich nicht immer ganz einfach war (ca. um 21 Uhr), selbst ins Bett. Dadurch, dass wir so weit außerhalb wohnten, war es auch schwer sich einen Tag frei zu nehmen, da man auf ein Auto angewiesen war oder auf jemanden, der einen in die Stadt fährt und wieder abholt.

Am allerschönsten an meinem Au-pair-Aufenthalt empfand ich die Weihnachtszeit. Ich kam gegen Mitte November zu der Familie und es kam mir noch überhaupt nicht wie Weihnachten vor; bei ca. 30 Grad kein Wunder. Aber mit der Familie ging ich zu einigen Schulveranstaltungen und Weihnachtsfeiern, die mich in Weihnachtsstimmung brachten. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Weihnachtskonzert von Freddie und Tine oder an das Krippenspiel von Hugo oder das Weihnachtssingen von Luky. Auch die vielen Santabesuche, wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt, fand ich einfach nur toll. Oder das Straßenfest, das wir besuchten, bei dem jedes Haus der Straße darum konkurrierte, das am auffälligsten geschmückte zu sein. An den Palmen hingen bunte Weihnachtsmänner, die Häuser waren mit leuchtenden Flip Flop Ketten geschmückt, in den Gärten saßen die Bewohner, spielten Weihnachtsmusik und verteilten Bonbons.
Meine Familie hat für mich an Weihnachten sogar extra Kunstschnee gekauft und wir haben eine Schneeballschlacht gemacht, damit ich mich wie zu Hause fühle. Total lieb!

An Christmas Eve (24. Dezember) haben wir Cookies für Santa gebacken, der dann in der Nacht zum 25. Dezember kam und die Geschenke in riesige Socken gesteckt hat.

Einige Tage nach Weihnachten musste ich die Familie leider auch schon verlassen und ich hätte am Anfang nie gedacht, dass es mir so schwer fallen würde, aber mir sind alle so sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte unbedingt mit ihnen in Kontakt bleiben und nenne sie liebevoll immer „meine australische Familie“ und „meine Kinder in Australien“. Tine und ich haben ausgemacht, dass wenn sie die Schule abgeschlossen hat, nach Deutschland kommt und das Au-pair meiner Kinder wird.

Zusammenfassend kann ich einen Au-pair-Aufenthalt nur empfehlen, da es meiner Meinung nach die beste Möglichkeit ist um Land, Leute und deren Sitten und Bräuche kennen zu lernen. Außerdem ist es eine sehr preisgünstige Variante, da man meist gratis bei der Familie wohnt und isst und sich zusätzlich noch etwas Taschengeld dazuverdient. Auch wenn es manchmal Zeiten gibt, wo einem einfach alles und jeder auf die Nerven geht, blickt man am Ende doch eher auf die schönen Zeiten zurück! Ich erinnere mich immer wieder gerne!

Katharina Minkow

 

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