Als Au Pair nach Australien
Von Österreich nach Australien – meine Erfahrung als Au Pair
Von Nancy Conmitto
Schon als ich klein war wollte ich unbedingt mal nach Australien reisen. Ich nervte meine Freunde regelrecht mit meinen Plänen dort hin zu gehen und Känguruhs, Koalas und alle diese Dinge zu sehen, und so war ich überglücklich als mir ein Job als Au Pair in Australien angeboten wurde.
Ich hatte niemals dezidiert über die Arbeit als Kindermädchen nachgedacht, zumal die Arbeit mit Kindern nicht gerade zu meinen favorisierten Freizeitbeschäftigungen gehörte. Doch der Gedanke das Land meiner Träume zu sehen und zusätzlich Kost und Logis gestellt zu bekommen war einfach zu genial. Einige meiner Freunde witzelten meine Leidenschaft für Australien käme von der Namensverwandtschaft mit Österreich in der englischen Sprache (Austria), und meine Mutter schenkte mir sogar zu Weihnachten ein T-Shirt mit der Aufschrift: „There are no kangaroos in Austria“, das mich sehr zum lachen brachte. Ich konnte nicht mit Sicherheit sagen aus welchem Grund ich geradezu besessen von diesem Inselkontinent war aber meine Freude über die Chance ihn als Au Pair endlich bereisen zu können war so groß, dass ich schließlich einer Familie in Adelaide zusagte.
Sie hatten Drillinge und zwei Hunde die meine Betreuung benötigten und brauchten jemanden der ihnen ein wenig im Haushalt aushalf. Mit gemischten Gefühlen stieg ich in den Flieger – auf der einen Seite überglücklich das Land meiner Träume zu sehen, auf der anderen Seite etwas traurig über den Fakt, so weit weg von zu Hause zu sein wie nie zuvor.
Meine Gastfamilie holte mich direkt vom Flughafen ab und brachten mich zu ihrem unglaublich großzügigen Eigenheim, dass durch einen wunderschönen garten mit Pool komplettiert wurde. Ich würde Tür an Tür mit den Drillingen schlafen um, sollten meine Dienste von Nöten sein, so schnell wie möglich bei ihnen zu sein. Sowohl die drei kleinen Mädchen als auch die beiden Hunde waren zuckersüß und pflegeleicht, obwohl die Hunde im Zweifelsfall mehr Aufmerksamkeit benötigten als die Drillinge.
Während die Tiere recht laut und gelegentlich schwierig im Zaum zu halten waren, war es ein Leichtes, die gut erzogenen Neugeborenen zu Füttern, ihre Windeln zu wechseln und was sonst noch so anfiel. Ich bekam schnell Routine in meinen Vier- bis Fünf-Stundentagen und machte mich recht gut, gemessen an meiner eher gemäßigten Babyaffinität. Abseits der Arbeitszeiten konnte ich dann endlich das Land sehen, von dem ich so lange geträumt hatte. Ich besuchte beispielsweise den städtischen Zoo, fuhr für ein Wochenende nach ´Kangaroo Island`, lernte eine Menge netter Leute kennen und probierte sogar ´Vegemite` – eine typisch australische Fleischpaste –, die ich entgegen aller Erwartungen sehr mochte.
Das Beste an meiner Zeit als Au Pair war eindeutig die Gastfreundschaft der Australier zu erleben, und neben meinen nicht allzu anstrengenden Pflichten das Land zu sehen. Die anspruchsvollsten Aufgaben waren für mich persönlich einige kleine Arbeiten im Garten oder Hausarbeiten wie den Ofen zu reinigen, da ich in diesen Dingen bis dato keinerlei Erfahrung gesammelt hatte. Da Englisch nicht meine erste Fremdsprache ist, war es manchmal schwierig, den Dünger vom Putzmittel zu unterscheiden aber schon bald hatte ich auch hier den Dreh raus.
Alles in Allem war es eine unvergessliche Erfahrung, und ich denke momentan ernsthaft darüber nach es zu wiederholen, da ich sowohl meine Gastfamilie als auch Australien schmerzlich vermisse. Wenn du also so wie ich eine wundervolle zeit am anderen Ende der Welt verbringen willst, ist ein Job als Au Pair in Australien definitiv genau das Richtige für dich – und das schreibe ich nicht weil ich Werbung für irgendetwas machen möchte, sondern weil ich selbst es auf Grund meiner Erfahrungen und Erlebnisse dort wortwörtlich jeder Zeit wieder tun würde.

Australien Demi Pair



